Ein europäischer Produktionsstandort eines unserer Kunden entschied sich, seine Mainframe-Anwendungen nicht länger auf nicht mehr unterstützter IBM-Hardware und -Software zu betreiben. Denn nicht nur Finanzinstitute sind auf die hohe Performance, Stabilität und Sicherheit angewiesen, für die Mainframes seit Jahrzehnten stehen.
CROZ begleitete diese Migration als Mainframe-Consulting-Partner. Mit der Ablösung des nicht mehr unterstützten IBM-Prozessors sowie der Storage- und Tape-Systeme ging ein umfassendes Upgrade des Betriebssystems und zentraler Systemkomponenten einher – insgesamt über sieben Versionsstände hinweg. Dieser Technologiesprung war notwendig, um langfristige Stabilität, Hersteller-Support und technische Zukunftsfähigkeit sicherzustellen. Konkret bedeutete das die Migration von z/OS v1.12 auf v3.1 sowie von Db2 v11 auf v13.
Ein Mainframe-Upgrade ist immer ein anspruchsvolles Vorhaben – insbesondere, wenn sieben Software-Versionen in einem Schritt übersprungen werden. Was zunächst nach einer kaum realisierbaren Aufgabe klingt, war genau die Herausforderung, der wir uns gestellt haben.Anstatt den klassischen, schrittweisen Upgrade-Pfad zu wählen, entschieden wir uns bewusst für einen mutigen Ansatz: ein Upgrade in einem einzigen Schritt. Ziel war es, die Systemlandschaft konsequent zu modernisieren, Ausfallzeiten zu minimieren und eine tragfähige Grundlage für zukünftige Innovationen zu schaffen.

In diesem Blogbeitrag geben wir Einblick in unsere Strategie, die bewältigten Herausforderungen und die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem großen Schritt nach vorn.
- Die Migration auf die aktuelle z/OS-Version war zwingend erforderlich, da sich der Kunde von einem nicht mehr unterstützten zProcessor trennte. Die zentrale Herausforderung bestand darin, Risiken frühzeitig zu minimieren – durch gezielte Vorbereitung noch auf dem bestehenden, alten z/OS-System. Dazu gehörten unter anderem die Ablösung nicht mehr unterstützter Datentypen, die Einführung zusätzlicher RACF-Profile sowie die Vorbereitung notwendiger TCP/IP-Anpassungen. Diese Maßnahmen wurden im Vorfeld umgesetzt, um die Auswirkungen zum eigentlichen Migrationszeitpunkt so gering wie möglich zu halten. Die Erfahrung von CROZ aus vergleichbaren Projekten war dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor.
- Besonders sensibel war die Migration der COBOL- und PL/I-Quellprogramme auf das neue z/OS. Hier waren eine präzise Planung und enge Abstimmung erforderlich. Das Know-how des Kunden über den eigenen Source Code und die Anwendungen spielte eine zentrale Rolle. CROZ unterstützte mit methodischer Führung und technischer Expertise. Um die Leistungsfähigkeit des neuen zProcessors vollständig nutzen zu können, ist eine vollständige Neukompilierung aller COBOL- und PL/I-Programme erforderlich. Der Einsatz von IBM-Lösungen wie dem IBM Automatic Binary Optimizer (ABO) for z/OS sowie weiterer IBM-Tools reduzierte Risiken und verkürzte den Zeitaufwand für diese umfangreiche Aufgabe erheblich.
- Auch die Migration auf die aktuelle Db2-Version erforderte ein strukturiertes Vorgehen: Sämtliche Db2-Tabellen mussten aus der nicht mehr unterstützten Version entladen und in die neue Version geladen werden. Anschließend war ein Rebind aller Pläne und Packages notwendig. Eine sorgfältige Planung und Vorbereitung waren auch hier essenziell. CROZ setzte zusätzlich eigene Softwarelösungen ein, um diesen Prozess effizient zu unterstützen.
- Da der Wechsel auf das neue z/OS, Db2 und CICS mit neuem Code auf dem neuen zProcessor erfolgte, konnten umfangreiche Tests parallel zur bestehenden Produktionsumgebung durchgeführt werden. Der alte zProcessor mit dem bisherigen z/OS, Db2 und CICS lief währenddessen stabil weiter. Durch die vollständige Trennung der alten und neuen Umgebung bestand im Falle kritischer Szenarien während des Cutovers die Möglichkeit eines strukturierten Rollbacks. Diese klare Separation schuf einen wichtigen Sicherheitsraum für eine Migration dieser Komplexität.
Dieses Projekt verdeutlicht, wie anspruchsvoll der Weg zu einer modernen Mainframe-Plattform sein kann. Neben technischer Expertise waren Ausdauer, Geduld sowie ein belastbarer Test- und Umsetzungsplan entscheidend für den Erfolg. Besonders hervorzuheben ist, dass ein Versionssprung dieser Größenordnung nicht offiziell von IBM unterstützt wird. Die Erfahrungen aus früheren, vergleichbaren Migrationen durch CROZ waren daher von zentraler Bedeutung.
Selbst bei größter Sorgfalt können im Detail unerwartete Herausforderungen auftreten. Deshalb war während der sensiblen Migrations- und Cutover-Phase volle Aufmerksamkeit aller Beteiligten erforderlich. CROZ begleitete das Projekt durchgängig bis zur erfolgreichen Umsetzung.
Das Ergebnis ist eine Mainframe-Umgebung, die sowohl auf Hardware- als auch auf Softwareebene wieder vollständig von IBM unterstützt wird – und zugleich eine stabile Basis für weitere Modernisierungsschritte bietet.
Das Fundament für eine zukunftsfähige Mainframe-Plattform
Die Modernisierung des Mainframes begann mit einer klaren Voraussetzung: dem Wechsel auf einen von IBM vollständig unterstützten Hardware- und Software-Stand. Erst durch die Ablösung der nicht mehr unterstützten Systeme entstand eine stabile, zukunftssichere Plattform, die Funktionen ermöglicht, die zuvor technisch nicht realisierbar waren.
Mit der Migration erhielt der Kunde Zugang zu modernen Technologien wie z/OSMF, z/OS Container Extensions (zCX) sowie erweiterten Komprimierungs- und Verschlüsselungsfunktionen. Diese technologischen Möglichkeiten bilden heute die Basis für eine schrittweise Weiterentwicklung der gesamten Mainframe-Landschaft.
Der Umstieg auf unterstützte IBM-Systeme war damit weit mehr als ein reines Versionsupgrade. Er markiert den strategischen Einstieg in eine nachhaltige Modernisierung der Plattform.
- Skalierbarkeit
Der Betrieb auf aktuellem, unterstütztem IBM-Hardware-Level schafft die notwendige Flexibilität, um steigende Anforderungen an Rechenleistung und Speicher effizient abzubilden. Kapazitätserweiterungen lassen sich planbar und mit deutlich geringerem Risiko umsetzen.
- Höhere Performance
Die neue Generation der IBM zProcessors bietet eine spürbar verbesserte Gesamtleistung sowie erweiterte Speicherkapazitäten – bei gleichzeitig optimiertem Kosten-Nutzen-Verhältnis im Vergleich zur zuvor eingesetzten Hardware.
- Erweiterte Verfügbarkeit und Sicherheit
Die aktuellen Versionen von Db2 und CICS unterstützen moderne Netzwerkprotokolle, umfassende Sicherheitsmechanismen sowie ausgereifte High-Availability- und Disaster-Recovery-Konzepte. Hinzu kommen vielfältige Integrationsoptionen für Middleware und Anwendungen. Diese technologischen Weiterentwicklungen erleichtern es, neue regulatorische und technische Anforderungen umzusetzen und langfristig stabile Betriebsmodelle zu etablieren.
- Integration in moderne IT-Architekturen
Die neuesten Versionen von z/OS, Db2 und CICS ermöglichen eine deutlich engere Verzahnung mit modernen Technologien und etablierten Industriestandards. Dadurch lassen sich Mainframe-Systeme nahtlos in hybride IT-Landschaften integrieren – einschließlich verteilter Systeme, Cloud-Umgebungen und externer Services. Die verbesserte Interoperabilität fördert einen konsistenten Datenaustausch zwischen Mainframe- und Distributed-Systemen und unterstützt zugleich ein strukturiertes und transparentes Application Lifecycle Management.
Warum Modernisierung für Mainframe-Kunden unverzichtbar ist
Mainframe-Kunden sind gut beraten, ihre Infrastruktur regelmäßig auf einen aktuellen Stand zu bringen. Für manche Unternehmen ist allein die Sicherstellung des Hersteller-Supports der ausschlaggebende Grund für ein Upgrade von IBM-Hardware und -Software. Gleichzeitig verfolgen viele Organisationen weitergehende Ziele: Sie möchten ihre Mainframe-Anwendungen und -Architekturen gezielt weiterentwickeln – etwa durch funktionale Erweiterungen, moderne Benutzeroberflächen oder die Integration neuer technologischer Ansätze wie Hybrid-Cloud, DevOps,
Machine Learning oder Data Streaming in Verbindung mit bewährten Mainframe-Technologien. Wir unterstützen unsere Kunden dabei, eine tragfähige Transformations-Roadmap zu entwickeln. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit des Mainframes systematisch auszubauen und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu sichern.
Wie wir Ihre Mainframe-Modernisierung unterstützen
Als BizTech-Consultants begleiten wir Unternehmen bei der Modernisierung ihrer Mainframe-Systeme. Zu Beginn jedes Projekts analysieren wir die geschäftlichen und technologischen Treiber, die hinter der Modernisierungsinitiative stehen. Eine Standardlösung gibt es nicht – jede Organisation benötigt einen individuell abgestimmten Ansatz.
Auf dieser Basis entwickeln wir eine Roadmap, die sowohl technische als auch geschäftliche Zielsetzungen berücksichtigt.Im nächsten Schritt folgen strukturierte Assessments und – wo sinnvoll – Proof-of-Concepts, bevor der detaillierte Implementierungsplan erarbeitet wird. Bei weniger komplexen Vorhaben gestalten wir den Prozess entsprechend schlanker.Der umfassende Umsetzungsplan beinhaltet stets klare Maßnahmen zur Risikominimierung sowie ein belastbares und realitätsnahes Testkonzept.
Ein Verbleib auf bestehender IBM-Hardware und -Software mag kurzfristig praktikabel erscheinen. Der Verlust des Hersteller-Supports stellt jedoch ein erhebliches operatives Risiko dar, das langfristig nicht vertretbar ist.
CROZ unterstützt Unternehmen dabei, dieses Risiko zu eliminieren und gleichzeitig weitere Modernisierungsschritte umzusetzen – etwa in den Bereichen Integration, DevOps oder Automatisierung.
Mit unserem erfahrenen Mainframe Expertenteam und umfangreicher Projekterfahrung in groß angelegten Transformationsvorhaben begleiten wir Organisationen sicher durch die Komplexität von Mainframe-Modernisierung und -Migration. Wir wissen, worauf es ankommt – und setzen Modernisierungsprojekte strukturiert, qualitätsgesichert und zielorientiert um.
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