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Das Forward-Deployed-Engineer-Konzept (FDE) Konzept umsetzen

29. 05. 2026
Overview

Das Forward-Deployed-Engineer-Modell klingt stark. Aber wie setzt man es tatsächlich um? Der Artikel zeigt, wie ein BizTech-Mindset Beratungen dabei hilft, engere und wertvollere Kundenbeziehungen aufzubauen.

Das Forward-Deployed-Engineer-Konzept (FDE) klingt großartig. Aber wissen Sie wirklich, wie man es umsetzt?

In den vergangenen Monaten ist das FDE-Konzept wieder populärer geworden. Bekannt gemacht wurde es durch große Unternehmen wie Palantir Technologies: Ein Engineer aus einem Produktunternehmen oder einer Beratung (das spielt letztlich keine Rolle), taucht tief in den Kontext des Kunden ein, versteht dessen Business und technische Landschaft und versucht, die bestmögliche Lösung für die Ziele des Kunden zu bauen. Besonders gefallen hat mir der Artikel Forward Deployed Engineers von Marty Cagan.

Wikipedia beschreibt den Forward Deployed Engineer (FDE) als professionelle Rolle in IT und Software Engineering, in der ein Engineer eng mit einer Kundenorganisation zusammenarbeitet, um technische Lösungen in operativen Umgebungen zu entwickeln, anzupassen und bereitzustellen. Die Rolle verbindet Softwareentwicklung mit Domänenverständnis und direkter Zusammenarbeit mit Endanwendern.

Wichtig an dieser Definition ist: Es geht um hochqualifizierte Menschen, nicht nur Product People, sondern auch Engineers, die in sehr engem Kontakt mit dem Kunden stehen, also “forward deployed” sind. Dieser enge Kontakt ist notwendig, um in den Kundenkontext einzutauchen und eine passende Lösung zu gestalten.

Zentrale Merkmale von FDEs:

  • Sie verstehen sowohl die geschäftlichen als auch die technischen Herausforderungen bis ins Detail.
  • Sie warten nicht passiv darauf, dass jemand detaillierte fachliche Spezifikationen liefert.
  • Sie gestalten Lösungen proaktiv gemeinsam mit dem Kunden.

FDE ist ein sehr attraktives Modell, das bei vielen Beratungen Wirkung zeigt. Leider gibt es kaum konkrete Hinweise, wie man sich in diese Richtung entwickeln kann.

Mitarbeitern zu sagen: “Los, geht raus und seid ‘forward deployed'”, reicht nicht aus. Ich habe gelernt, dass hierfür viele Rahmenbedingungen stimmen müssen: sowohl im Denken und Verhalten der Mitarbeiter als auch darin, wie ihre Organisation sie unterstützt. Die gesamte Organisation muss das BizTech-Mindset übernehmen und verstehen, dass sie weiterhin technische Expertinnen und Experten sind, die Lösungen bauen, diesmal aber mit Blick auf das große Ganze und mit tiefem Verständnis der geschäftlichen Gründe hinter der Lösung. Beratungen mit BizTech-Mindset verstehen, dass auch sie ein Produktunternehmen sind. Wenn sie mit einem Kunden an einem Produkt arbeiten, ist es während dieses Engagements auch IHR Produkt. Und sie müssen alle bewährten Praktiken der Produktentwicklung anwenden.

Das FDE-Modell in der Organisation verankern

Um das FDE-Modell erfolgreich in der gesamten Organisation zu verankern, muss sich ein Unternehmen ein gutes Stück neu erfinden. Wie wir diese Metamorphose bei CROZ erreicht haben, beschreibe ich in meinem Buch BizTech Evolution. Auf Basis jahrelanger Erfahrung und der Frage, was gut funktioniert hat und was nicht, habe ich nach Mustern gesucht. Daraus sind vier Grundprinzipien entstanden, die jede Organisation übernehmen sollte, um eine BizTech-Beratung zu werden:

1. Missionare statt Söldner

Wenn Service Provider eher wie Missionare als wie Söldner handeln, richten sie ihren Erfolg an den Ergebnissen ihrer Kunden aus. Dieses Prinzip verändert die Beziehung von transaktional zu relational: Beide Seiten verfolgen einen gemeinsamen Zweck. BizTech-Beratungen verpflichten sich, echten Wert zu liefern, indem sie Kundenbedürfnisse tiefer verstehen, Annahmen bei Bedarf hinterfragen und langfristigen Erfolg über kurzfristige Gewinne stellen.

2. Strategische Arbeit statt einfach “mehr” Arbeit

BizTech-Beratungen verstehen, dass Wert nicht dadurch entsteht, einfach mehr Arbeit zu erledigen. Wert entsteht durch die richtige Arbeit. Dieses Prinzip konzentriert sich darauf, strategische Initiativen zu identifizieren und zu priorisieren, die echte geschäftliche Wirkung erzeugen. Indem BizTech-Beratungen ihren Kunden und sich selbst helfen, zwischen hochwertiger Arbeit und Beschäftigung zu unterscheiden, stellen sie sicher, dass Ressourcen in Projekte fließen, die tatsächliche Transformation und Wettbewerbsvorteile liefern.

3. Flow statt Headcount

Den Value Flow zu optimieren ist wirksamer, als einem Projekt einfach mehr Menschen hinzuzufügen. Dieses Prinzip nutzt Lean Thinking, um Engpässe zu beseitigen und Verschwendung in der Leistungserbringung zu reduzieren. BizTech-Beratungen strukturieren Teams und Prozesse so, dass der Value Flow maximiert wird, auch über Organisationsgrenzen hinweg. Der Fokus liegt auf Ergebnissen statt auf Headcount. Das führt zu schnellerer Lieferung, höherer Qualität und nachhaltigeren Abläufen.

4. Community statt Nullsummendenken

Die erfolgreichsten Geschäftsbeziehungen lehnen Nullsummendenken ab und schaffen stattdessen nachhaltige Ökosysteme, in denen alle Beteiligten wachsen können. Dieses Prinzip erkennt an, dass BizTech-Beratungen mehr Wert schaffen, wenn sie zu einer größeren Community beitragen, ihr Wissen teilen und kollaborative Netzwerke fördern, statt Expertise zurückzuhalten. Dieser Ansatz baut Vertrauen auf, stärkt Reputation und schafft Raum für Innovation.

Ich stimme Marty Cagan zu: Forward Deployed Engineer ist eines der spannendsten Konzepte in unserer Branche. Ich hoffe, meine Einblicke helfen uns allen, es leichter anzuwenden und mehr Wert für alle in der Branche zu schaffen. Und schließlich hoffe ich, schamloser Plug, dass Marty einen Blick in mein Buch wirft und seine Gedanken dazu teilt, denn seine Arbeit hat mich tief geprägt.

Weitere Details zum Buch finden Sie hier: https://biztechbook.com

Bitech evolution book

– – Ivan

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